Kurz gesagtDer Preis hängt an der Anzahl der Fensterelemente, an ihrer Erreichbarkeit und am vereinbarten Umfang — nicht an der Wohnfläche. Wer diese drei Angaben liefert, bekommt ein belastbares Angebot ohne Vor-Ort-Termin.
Warum in Elementen gerechnet wird und nicht in Quadratmetern
Die übliche Recheneinheit ist das Fensterelement, nicht die Glasfläche. Ein Element ist ein zusammenhängender Rahmen mit seiner Verglasung — ein einzelnes Kippfenster ist eines, eine zweiflügelige Terrassentür sind zwei.
Der Grund ist praktisch: Der Aufwand steckt in den Kanten, nicht in der Fläche. Eine große, glatte Scheibe ist in wenigen Zügen sauber. Vier kleine Fenster mit derselben Gesamtfläche haben die vierfache Anzahl an Rahmen, Ecken und Dichtungen — und dort sitzt die Arbeit.
Deshalb ist die erste Frage bei jeder Anfrage nicht „wie groß ist Ihr Haus", sondern „wie viele Elemente sind es ungefähr". Eine grobe Zählung genügt; auf zwei oder drei Fenster kommt es nicht an.
Die acht Faktoren, die den Aufwand bestimmen
In dieser Reihenfolge — der erste Punkt bewegt den Preis am stärksten, der letzte am wenigsten:
- Erreichbarkeit. Alles, was vom Boden aus erreichbar ist, ist Routine. Giebelfenster, Treppenhausverglasung, Dachflächenfenster und Fronten über einem abschüssigen Grundstück brauchen anderen Aufwand — und manchmal einen zweiten Menschen.
- Anzahl der Elemente. Die Grundgröße jeder Kalkulation.
- Innen, außen oder beides. Außen allein ist der Regelfall. Innen kommt Zutritt, Möbelrücken und Bodenschutz dazu.
- Rahmen und Fensterbänke. Eine eigene Position, kein Automatismus. Wer sie mitbestellt, verhindert, dass beim nächsten Regen Schmutz aus der Fuge über die frische Scheibe läuft.
- Art der Verglasung. Sprossenfenster haben je Element ein Vielfaches an Kanten. Festverglaste Elemente lassen sich nicht öffnen und müssen von beiden Seiten separat angefahren werden.
- Verschmutzungsgrad. Eine Erstreinigung nach Jahren ist keine Wiederholungsreinigung. Grünbelag, eingetrocknete Bauspuren oder Blütenstaubschichten kosten Zeit, die bei regelmäßiger Pflege nicht anfällt.
- Bündelung. Fenster, Insektenschutzgitter, Wintergarten und Jalousien in einem Termin sind günstiger als in vier — die Anfahrt fällt einmal an statt viermal.
- Terminlage. Kurzfristige Wunschtermine in der Hochsaison sind schwerer einzurichten als ein flexibler Zeitraum.
Was den Preis nicht bestimmt
Die Wohnfläche. Ein kompakter Bungalow mit umlaufender Panoramaverglasung kann aufwendiger sein als ein doppelt so großes Haus mit normalen Fenstern.
Die Anzahl der Zimmer. Sie sagt nichts über die Fensterfront zur Gartenseite.
Der Wert der Immobilie. Wer nach Wohngegend abrechnet, rechnet nicht nach Aufwand.
So machen Sie zwei Angebote vergleichbar
Der häufigste Ärger entsteht nicht durch einen zu hohen Preis, sondern dadurch, dass zwei Angebote verschiedene Dinge enthalten. Vier Fragen genügen, um das zu klären:
- Sind Rahmen und Fensterbänke enthalten oder nicht?
- Gilt der Preis für außen oder für innen und außen?
- Sind alle Elemente enthalten — auch die schwer erreichbaren, oder werden die separat berechnet?
- Was passiert, wenn vor Ort mehr Aufwand auftaucht als geplant? Wird nachverhandelt, oder gilt das Angebot?
Warum wir hier keine Zahl nennen
Eine Zahl auf einer Website ist entweder so niedrig, dass sie am Ende nicht gilt, oder so hoch, dass sie abschreckt. Beides hilft niemandem. Wir rechnen stattdessen anhand Ihrer Angaben und schicken Ihnen ein Angebot, in dem der Leistungsumfang benannt ist.
Dafür brauchen wir drei Dinge: die ungefähre Anzahl der Elemente, zwei bis drei Fotos vom Haus — gern von verschiedenen Seiten — und die Info, ob innen, außen oder beides gereinigt werden soll. Damit lässt sich der Aufwand in den meisten Fällen ohne Vor-Ort-Termin einschätzen.
Bleibt etwas unklar, fragen wir nach, bevor wir einen Preis nennen. Ein Angebot, das später nachverhandelt werden muss, ist kein Angebot.
Ein Hinweis für Hanglagen
Wenn das Grundstück abfällt, ist die Fensterfront zur Talseite deutlich höher, als der Grundriss vermuten lässt — auf der Straßenseite steht man im Erdgeschoss, auf der Gartenseite zwei Meter tiefer. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum eine Ferneinschätzung danebenliegt.
Deshalb der wichtigste Fototipp: Fotografieren Sie die Gebäudeseite, nicht die Fenster. Ein Bild vom ganzen Haus sagt mehr über den Aufwand als zehn Nahaufnahmen einzelner Scheiben.