Kurz gesagtSinnvoll ist eine Reinigung bei flach geneigten Modulen, bei starkem organischem Eintrag aus der Umgebung und bei sichtbarem Bewuchs an den Rahmenkanten. Bei steilen, gut abgespülten Anlagen in sauberer Umgebung ist sie meist überflüssig.
Was sich auf Modulen überhaupt festsetzt
Modulglas ist glatt und geneigt — deshalb hält der Regen die Fläche oberflächlich frei. Was er nicht wegbekommt, sammelt sich an bestimmten Stellen:
- An der unteren Rahmenkante. Dort staut sich das ablaufende Wasser, und dort setzt sich als Erstes Moos fest.
- In den Fugen zwischen den Modulen.
- Als Film aus Blütenstaub, der antrocknet und den der Regen nur noch verteilt.
- Als Vogelkot, der punktuell verschattet und sich mit der Zeit einbrennt.
- Bei Straßen- oder Landwirtschaftsnähe als feiner, haftender Staubfilm.
Wann eine Reinigung sinnvoll ist
Diese Punkte sprechen dafür. Je mehr davon zutreffen, desto eher lohnt sich der Termin:
- Flache Neigung. Je flacher das Dach, desto schlechter läuft Wasser ab — und desto mehr bleibt liegen.
- Bäume in der Nähe. Laub, Harz, Blütenstaub und Vogelkot kommen dann in Mengen, die der Regen nicht bewältigt.
- Landwirtschaft oder eine viel befahrene Straße in der Nähe.
- Sichtbarer grüner Rand an der unteren Modulkante. Das ist der eindeutigste Hinweis überhaupt.
- Die Anlage wurde noch nie gereinigt und steht seit mehreren Jahren.
- Eine lange Trockenperiode liegt hinter Ihnen, in der sich Staub aufbauen konnte, ohne abgespült zu werden.
Wann wir abraten
Es gibt Anlagen, bei denen eine Reinigung kaum etwas ändert. Wenn die Fotos das zeigen, sagen wir es — auch wenn dabei kein Auftrag herauskommt:
- Steile Dachneigung in sauberer Umgebung, ohne Bäume, ohne Straße. Der Regen erledigt das zuverlässig.
- Die Anlage wurde vor Kurzem gereinigt und die Umgebung hat sich nicht verändert.
- Die Module sind sichtbar sauber und die Rahmenkanten frei.
Wie Sie es selbst einschätzen
Sie müssen dafür nicht aufs Dach — im Gegenteil, das sollten Sie nicht.
Der einfachste Weg: ein Foto von einem erhöhten Punkt aus, etwa aus einem Dachfenster, vom Nachbargrundstück oder mit dem Zoom vom Garten aus. Auf einer Aufnahme von schräg oben sieht man Randbewuchs und Verschmutzungsmuster deutlich, auch wenn die Fläche von unten sauber wirkt.
Ein zweiter Hinweis steckt in Ihrem Monitoring, falls die Anlage eines hat: Vergleichen Sie ähnliche Zeiträume über die Jahre — gleicher Monat, ähnliches Wetter. Ein schleichender Rückgang kann viele Ursachen haben, Verschmutzung ist eine davon. Ein Beweis ist es nicht, ein Anlass zum Nachschauen schon.
Warum wir keine Zahl nennen
Zu Ertragsgewinnen durch Reinigung kursieren viele Prozentangaben. Wir nennen keine, und zwar aus einem einfachen Grund: Jede belastbare Zahl setzt eine Messung an der konkreten Anlage voraus — vorher und nachher, unter vergleichbaren Bedingungen. Ohne diese Messung ist jede Prozentangabe geraten.
Was sich sagen lässt: Verschmutzung, die Licht abhält, kostet Ertrag. Wie viel, hängt davon ab, wie stark und wie großflächig sie ist. Bei punktueller Verschattung durch Vogelkot kann die Wirkung überproportional sein, weil einzelne Zellen die gesamte Reihe ausbremsen.
Was eine Reinigung nicht leistet
Damit die Erwartung stimmt:
- Verschattung durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude bleibt. Das ist ein Planungsthema, kein Reinigungsthema.
- Alterung der Module lässt sich nicht wegputzen.
- Defekte Zellen, lose Stecker und Fehler am Wechselrichter sind Sache des Elektrofachbetriebs.
- Bereits eingebrannte Rückstände lassen sich schonend oft nur mildern, nicht vollständig entfernen.
Womit man Schaden anrichtet
Wenn Sie selbst Hand anlegen oder einen Anbieter beauftragen, achten Sie auf diese drei Punkte. Sie sind die häufigsten Ursachen für dauerhafte Schäden:
- Hochdruckreiniger. Der Druck kann die Randverklebung der Module beschädigen und Feuchtigkeit eintreiben.
- Harte Bürsten und scheuernde Mittel. Modulglas ist beschichtet. Feine Kratzer streuen Licht und bewirken damit genau das Gegenteil dessen, wofür gereinigt wird.
- Betreten der Module. Führt zu Mikrorissen in den Zellen, die man von außen nicht sieht und die den Ertrag dauerhaft senken.